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Ausgabe Nr. 1 vom 5. Oktober 2004 Vorwort der Herausgeberin Liebe
Leserinnen und Leser des neuen Newsletters,
[zum Inhaltsverzeichnis] Politische Bildung in der Bundesrepublik DeutschlandRagnar MuellerDa nach wie vor keine "Demokraten vom Himmel fallen"[1], bleibt die Demokratie als besonders schwierige und voraussetzungsvolle Staats- und Gesellschaftsform auf politische Bildung angewiesen, worauf in den letzten Jahren angesichts von Sparplaenen wieder verstaerkt hingewiesen wurde.[2] Der folgende Text versucht, in knapper Form wichtige Grundlagen der politischen Bildung zusammenzufassen. Er gliedert sich in zwei Abschnitte: Aufgaben und Ziele politischer Bildung: Hier werden wesentliche Grundlagen der politischen Bildung dargestellt, wie sie sich in der deutschen fachdidaktischen Diskussion herausgebildet haben. Auf eine Darstellung der Geschichte politischer Bildung wird dabei verzichtet[3], im Mittelpunkt steht vielmehr das Selbstverstaendnis hinsichtlich Aufgaben und Zielen politischer Bildung. Didaktische Prinzipien der politischen Bildung: Ausgehend vom zentralen "Beutelsbacher Konsens" aus dem Jahr 1976 haben sich eine Reihe von didaktischen Prinzipien etabliert, die den Kern der Politikdidaktik ausmachen. Aufgaben und Ziele politischer Bildung Ziel politischer Bildung ist die muendige Buergerin bzw. der muendige Buerger. Dass dies in praktisch jeder Publikation zum Thema zu lesen ist, darf nicht ueber die inhaltliche Unbestimmtheit des Begriffs hinwegtaeuschen, die sich zum Beispiel dann schmerzhaft bemerkbar macht, wenn es darum geht, ihn in andere Sprachen zu uebersetzen.[4] Das folgende Schaubild listet weitere, haeufig genannte Ziele politischer Bildung auf, welche die Kurzformel vom "muendigen Buerger" mit Leben fuellen.
Grundlegend gilt: "Politik und Bildung und dementsprechend auch politische Bildung sind Formen intentionalen Handelns; sie orientieren sich an Zielen bzw. Werten ... Der moderne Staat kann die Frage nicht beantworten, welches das hoechste Gut in einem pluralistischen Werteensemble sei. Wir koennen uns zwar darauf einigen, dass er schlimme UEbel verhindern soll, und als Kultur- und Sozialstaat muss er seine Taetigkeit auch positiv an Werten orientieren. Aber wir koennen Politik nicht verstehen als 'Verwirklichung' oberster Werte, sondern als Regelung von Konflikten und als Ringen um die jeweils bessere Ordnung im Blick auf allgemein anerkannte Ziele, die als Richtwerte staendige Aufgabe bleiben ... Dem muss politische Bildung gerecht werden."[5] Konsensfaehige Aufgaben politischer Bildung Was genau die Aufgaben politischer Bildung sind, bleibt im Detail umstritten und Veraenderungen unterworfen. Der folgende Textauszug nennt trotzdem einige Aufgabenfelder, die gegenwaertig als konsensfaehig gelten koennen: "1. Ausbildung
und Festigung eines freiheitlich demokratischen Wertbewusstseins, Ziele politischer Bildung Politische Bildung will Interesse an Politik wecken und die Voraussetzungen dafuer schaffen, dass die Adressaten zu muendigen Buergerinnen werden, indem sie selbstaendige politische Analyse- und Urteilsfaehigkeit zu vermitteln sucht.[7] Dazu ist natuerlich auch Grundwissen noetig. Deshalb zaehlt es auch zu den Aufgaben der politischen Bildung, das "kleine Einmaleins" der Politik zu vermitteln. Hierzu waere etwa der Umgang mit grundlegenden Begriffen wie Demokratie, Gewaltenteilung, Wahlen, Parteien, Frieden, Macht etc. zu zaehlen. Aber demokratische politische Bildung bleibt bei der Vermittlung von Grundwissen nicht stehen - sie bildet lediglich die unverzichtbare Grundlage fuer die weitergehenden Ziele des Politikunterrichts. Denn wer sich nicht auskennt im politischen System, wer die Funktionen und Zusammenhaenge nicht durchschaut, kann auch seine Partizipationschancen nicht nutzen, ihm fehlt die Demokratiekompetenz, er bleibt als Buerger unmuendig. Daraus ergibt sich eine Abfolge von Zielen, die aufeinander aufbauen.
Die ersten drei Stufen finden sich in der einen oder anderen konkreten Ausformung in praktisch allen Veroeffentlichungen zum Thema, umstritten bleibt, ob die vierte Stufe - politisches Engagement - ebenfalls zu den Kernzielen politischer Bildung zu rechnen ist. Dieser Aspekt wird beispielsweise im Zusammenhang mit dem Begriff der Buergerleitbilder diskutiert.[8] Es kann mit guten Gruenden darauf hingewiesen werden, dass auch "muendige" Buergerinnen vorstellbar sind, die sich politisch nicht engagieren. Vermittlung von Demokratiekompetenz Ein terminologisch alternativer Weg der Zielbestimmung politischer Bildung stellt den Kompetenzbegriff in den Mittelpunkt. Joachim Detjen unterscheidet drei einander ergaenzende Kompetenzformen:
"Mit der kognitiven Kompetenz ist das Erfordernis eines gewissen Niveaus an Wissen und Lernfaehigkeit gemeint, wobei sich das Wissen auf die institutionelle Ordnung des politischen Systems, auf funktionale Zusammenhaenge innerhalb dieses Systems bis hin zu seinen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Abhaengigkeiten bezieht. Der Buerger soll aber auch hinsichtlich der Inhalte der je aktuellen politischen Entscheidungen ueber sachlich informierte Kenntnisse verfuegen. Prozedurale Kompetenzen sind Kenntnisse und Fertigkeiten, die benoetigt werden, um politische Einflussmoeglichkeiten und Partizipationschancen auch tatsaechlich wahrnehmen zu koennen. Der Buerger muss zu diesem Zweck Kenntnisse ueber administrative Zustaendigkeiten und rechtliche Verfahren besitzen. Er muss ueber strategische Faehigkeiten verfuegen, um eigene oder als richtig erkannte allgemeine Ziele verwirklichen zu koennen. Habituelle Kompetenzen sind Einstellungen ..., die der Buerger dem Gemeinwesen zu dessen Bestandserhaltung entgegenbringen muss ... Moderne Demokratien sind in ihren habituellen Erwartungen besonders anspruchsvoll. Als staatliche Gemeinwesen benoetigen sie natuerlich Rechtsgehorsam, darueber hinaus aber auch Opferbereitschaft, das Gemeinwesen gegen Bedrohungen von außen zu verteidigen. Als liberale Gemeinwesen beduerfen sie der Fairness und der Toleranz in weltanschaulichen Angelegenheiten. Als demokratische Gemeinwesen sind sie angewiesen auf Partizipation, die nach Moeglichkeit rational, verantwortbar und regelmaeßig sein soll. Als sozialstaatliche Gemeinwesen kommen sie nicht ohne sozialen Gerechtigkeitssinn und Solidaritaet aus."[9] Didaktische Prinzipien der politischen Bildung Die didaktischen Prinzipien, wie sie sich in der fachdidaktischen Diskussion der letzten Jahrzehnte herausgebildet haben, bilden den Kern der Politikdidaktik. Sie operationalisieren die allgemeinen Ziele politischer Bildung, die haeufig mit der Kurzformel "muendiger Buerger" zusammengefasst werden. Ausgangspunkt fuer die Herausbildung dieser Prinzipien war die Beilegung der Kontroversen aus der Anfangsphase der Politikdidaktik durch den Beutelsbacher Konsens im Jahr 1976.
Der Beutelsbacher Konsens 1976 veranstaltete die Landeszentrale fuer politische Bildung Baden-Wuerttemberg eine Fachtagung in Beutelsbach. "Rueckblickend auf diese Veranstaltung formulierte ein Teilnehmer, Hans-Georg Wehling, drei Grundprinzipien politischer Bildung, die nach seinem Eindruck auf der Tagung als Minimalkonsens unwidersprochen geblieben waren."[10] Dieses Tagungsprotokoll ging als "Beutelsbacher Konsens" in die Geschichte der politischen Bildung nicht nur in Deutschland ein[11], markiert den Wendepunkt hin zu einer Professionalisierung und bildet seither das Fundament der Politikdidaktik. "1. Ueberwaeltigungsverbot. Es ist nicht erlaubt, den Schueler ... im Sinne erwuenschter Meinungen zu ueberrumpeln und damit an der 'Gewinnung eines selbststaendigen Urteils' (Minssen) zu hindern. Hier genau verlaeuft naemlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der - rundum akzeptierten - Zielvorstellung von der Muendigkeit des Schuelers. 2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen. Diese Forderung ist mit der vorgenannten aufs engste verknuepft, denn wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen uneroertert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten ... 3. Der Schueler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren, sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen ..."[12] Didaktische Prinzipien Mit den Prinzipien "Ueberwaeltigungsverbot" und "Kontroversitaet" sind zwei zentrale und unverzichtbare didaktische Prinzipien benannt, die nach wie vor uneingeschraenkte Gueltigkeit beanspruchen koennen. Am Ende einer Unterrichtseinheit muessen mehrere Loesungen fuer ein politisches Problem stehen. Die Wahl des "besten" Weges kann und soll der Schuelerin oder dem Teilnehmer nicht abgenommen werden, sondern muss ihrem bzw. seinem eigenen Urteil ueberlassen bleiben. Die "Interessenorientierung" als drittes Prinzip des Beutelsbacher Konsenses hingegen war immer wieder Gegenstand der Diskussion - nicht im Sinne einer Streichung, sondern im Sinne einer Ergaenzung.[13]
Welche Funktion erfuellen die didaktischen Prinzipien, wie sie das Schaubild im Ueberblick darstellt? Sie bilden den Maßstab und die Referenzebene bei der Erstellung und Durchfuehrung einer Lehreinheit im Bereich der politischen Bildung. Es handelt sich um themenuebergreifende Handlungsempfehlungen, die von entscheidender Bedeutung bei der inhaltlich-methodischen Programmplanung sind, weil sie helfen, aus einer Fuelle von Moeglichkeiten und Aspekten begruendet einzelne fuer die Behandlung im Unterricht oder in Seminaren auszuwaehlen. Die Prinzipien ueberlappen und ergaenzen sich, sie haengen eng miteinander zusammen. Je nach Themenstellung und Adressaten stehen andere Prinzipien im Vordergrund, keine Unterrichtseinheit wird allen gerecht werden. Eine herausgehobene Stellung haben die beiden ersten Grundsaetze des Beutelsbacher Konsenses inne, da sie immer Beachtung finden muessen, unabhaengig von der Thematik. Politische Bildung, die gegen das Ueberwaeltigungsverbot oder das Prinzip der Kontroversitaet verstoeßt, ist nicht professionell. Wissenschaftsorientierung: Politische Bildung muss eng verzahnt sein mit ihren Bezugswissenschaften, insbesondere mit der Politikwissenschaft als primaerer Bezugswissenschaft. Schuelerorientierung: Politische Bildung knuepft an den Erfahrungen und Interessen der Adressaten an (in der Erwachsenenbildung firmiert dieses Prinzip als Teilnehmerorientierung). Im Idealfall gilt: "Was inhaltlich bearbeitet wird und in welcher Weise dies geschehen soll, wird weitgehend gleichberechtigt zwischen Lehrenden und Lernenden verhandelt." Dieses Prinzip versucht, die Konsequenzen daraus zu ziehen, "dass Lernende nicht als Objekte des Belehrens zu verstehen sind."[14] Problemorientierung: Politische Bildung soll von realen Problemen ausgehen und vorrangig Wissen und Kompetenzen vermitteln, die zur Problembearbeitung erforderlich sind. Problemloesungsfaehigkeit hat Vorrang vor Wissensanhaeufung. Exemplaritaet: Politische Bildung kann Themen nie erschoepfend behandeln und muss sich auf einzelne Aspekte beschraenken. Exemplarisches Lernen bildet eine vertretbare Strategie der Stoff- und Komplexitaetsreduktion. Die Auswahl der zu behandelnden Aspekte muss zum einen schueler- und problembezogen sein, zum zweiten exemplarisch fuer das Thema. Das heißt insbesondere, dass der "politische Kern" des Themas in den Mittelpunkt rueckt. Exemplarisches Lernen und Lehren "soll ermoeglichen, Strukturen und Gesetzmaeßigkeiten im ausgewaehlten Problem zu erkennen"[15], und ist damit eng verzahnt mit dem Prinzip der Problemorientierung. Exemplarisches Lernen ist wichtiger als das Streben nach Vollstaendigkeit. Aktualitaet/Anschaulichkeit: Politische Bildung soll nach Moeglichkeit aktuelle Probleme und Loesungsvorschlaege aufgreifen. Die Lehrinhalte sollen moeglichst wenig abstrakt, sondern anschaulich und einpraegsam vermittelt werden. Zusammen mit Auswahlkriterien wie Betroffenheit und Bedeutsamkeit der Thematik kann dadurch eine Steigerung der Motivation seitens der Schuelerinnen oder Teilnehmer erreicht werden. Induktives Vorgehen: Politische Bildung geht nach Moeglichkeit vom Besonderen - von anschaulichen Einzelfaellen - aus, baut darauf auf und arbeitet das Allgemeine heraus. Das Prinzip "Induktion vor Deduktion" haengt eng mit anderen Prinzipien wie Schueler- und Problemorientierung oder Exemplaritaet zusammen. Handlungsorientierung: Politische Bildung soll zum einen selbsttaetiges Lernen erlauben und foerdern (z.B. durch entsprechende Methoden wie Projektarbeit). Zweitens geht es aber auch "um das Einueben eines individuellen Handlungsrepertoires fuer die politische Auseinandersetzung und Meinungsbildung"[16] (z.B. durch Einueben von Schluesselqualifikationen wie Debattieren oder Praesentieren). Es geht also um Handlungskompetenz "als politikrelevante Methodenkompetenz der Schueler".[17] Mittlerweile wird nahezu das gesamte Spektrum an Methoden vom Ausfuellen eines Arbeitsblattes bis hin zur Studienfahrt als "handlungsorientiert" klassifiziert. Eine Uebersicht gibt das folgende Schaubild.[18]
Informationen zum Autor: Ragnar Mueller ist Politikwissenschaftler und Geschaeftsfuehrer der Gesellschaft Agora (Gesellschaft fuer Wissensvermittlung ueber neue Medien und politische Bildung). Im Rahmen des D@dalos-Programms ist er fuer die Entwicklung der Inhalte auf www.dadalos.org verantwortlich. [1] So lautet ein viel zitierter Ausspruch von Theodor Eschenburg - einem der Gruendervaeter der demokratischen politischen Bildung in Westdeutschland - zur Verdeutlichung der Notwendigkeit politischer Bildung. [2] Etwa vom Direktor der Landeszentrale fuer politische Bildung Baden-Wuerttemberg, der schreibt: "Ich behaupte mit fester Ueberzeugung: Politische Bildung ist kein Luxusgut, auf das man in Sparzeiten verzichten kann. Ohne politische Bildung fehlt unserer Demokratie der Sauerstoff zum Atmen." (Siegfried Schiele, Ein halbes Jahrhundert staatliche politische Bildung in Deutschland; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 7-8/2004, S. 3). Weitere Beispiele sind: Darmstaedter Appell 1995. Aufruf zur "Reform der Politischen Bildung in der Schule"; abgedruckt in: Politische Bildung 4/1995, S. 139–143. Muenchner Manifest vom 26. Mai 1997: "Demokratie braucht politische Bildung". Zum Auftrag der Bundeszentrale und der Landeszentralen fuer politische Bildung, online z.B. unter: http://www.lpb.bwue.de/aktuell/manifest.htm (20.04.2004). [3] Kurze Darstellungen zur Geschichte der politischen Bildung in Deutschland: Bernhard Sutor, Restauration oder Neubeginn? Politische Bildung 1945-1960; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 7-8/1999, S. 3-12. Hermann Giesecke, Entstehung und Krise der Fachdidaktik Politik 1960-1976; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 7-8/1999, S. 13-23. Walter Gagel, Der lange Weg zur demokratischen Schulkultur. Politische Bildung in den fuenfziger und sechziger Jahren; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 45/2002, S. 6-16. Bernhard Sutor, Politische Bildung im Streit um die "intellektuelle Gruendung" der Bundesrepublik Deutschland. Die Kontroversen der siebziger und achtziger Jahre; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 45/2002, S. 17-27. Wolfgang Sander, Von der Volksbelehrung zur modernen Profession. Zur Geschichte der politischen Bildung zwischen Ideologie und Wissenschaft; in: Christoph Butterwegge/Gudrun Hentges (Hg.), Politische Bildung und Globalisierung, Opladen 2002, S. 11-24. Etwas ausfuehrlichere Darstellung unter Einbeziehung der "Vor- und Fruehgeschichte" der politischen Bildung seit der Franzoesischen Revolution: Wolfgang Sander, Politik in der Schule. Kleine Geschichte der politischen Bildung, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 429, Bonn 2003. Kurze Darstellungen zur Geschichte der politischen Erwachsenenbildung: Paul Ciupke, Historische Entwicklungslinien: Politische Erwachsenenbildung von der Aufklaerung bis zum Ende des Nationalsozialismus; in: Wolfgang Beer u.a. (Hg.), Politische Erwachsenenbildung. Ein Handbuch zu Grundlagen und Praxisfeldern, Bundeszentrale fuer politische Bildung, Bonn 1999, S. 61-85. Klaus-Peter Hufer, Historische Entwicklungslinien: Politische Erwachsenenbildung in Deutschland von 1945 bis zum Ende der 90er Jahre; in: Wolfgang Beer u.a. (Hg.), Politische Erwachsenenbildung. Ein Handbuch zu Grundlagen und Praxisfeldern, Bundeszentrale fuer politische Bildung, Bonn 1999, S. 87-110. Ausfuehrliche Darstellung der Geschichte der Erwachsenenbildung: Josef Olbrich, Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 371, Bonn 2001. [4] Vor genau dieser Herausforderung standen mehrere Uebersetzerinnen und der Autor, als es im Rahmen des internationalen politischen Bildungsprogramms D@dalos darum ging, ein Online-Lehrbuch zu den Grundlagen politischer Bildung von der deutschen Masterversion in mehrere Sprachen Suedosteuropas zu uebersetzen. Die besten UEbersetzungen des Attributs "muendig" haetten rueckuebersetzt etwas wie "volljaehrig" oder "zufrieden" bedeutet, so dass letztlich nur der Verzicht auf den Begriff als Loesung akzeptabel war. Aehnliche Probleme tauchen uebrigens u.a. auch beim Begriff "politische Bildung" auf. [5] Bernhard Sutor, Theoretische Grundlagen; in: Wolfgang W. Mickel (Hg.), Handbuch zur politischen Bildung; Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 358, Bonn 1999, S. 66-67. Umfassend zur Diskussion um Werte in der politischen Bildung: Gotthard Breit/ Siegfried Schiele (Hg.), Werte in der politischen Bildung, Bundeszentrale fuer politische Bildung, Bonn 2000. [6] Klaus Rothe, Aufgabenfelder; in: Wolfgang W. Mickel (Hg.), Handbuch zur politischen Bildung; Bundeszentrale fuer politische Bildung, Schriftenreihe Band 358, Bonn 1999, S. 97. [7] Vgl. stellvertretend fuer zahlreiche weitere Publikationen den ueberaus nuetzlichen kurzen Band: Paul Ackermann u.a., Politikdidaktik kurzgefasst. Planungsfragen fuer den Politikunterricht, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 326, Bonn 1994. Dort steht zu lesen: "Ein fundamentales Lernziel des Politikunterrichts ist, bei Schuelerinnen und Schuelern Verstaendnis fuer Politik zu wecken und Einsichten in politische Zusammenhaenge zu ermoeglichen" (S. 17). [8] Dabei werden vier Buergertypen unterschieden: (1) Die politisch Desinteressierten, (2) die informierten und urteilsfaehigen Zuschauer, (3) die interventionsfaehigen Buerger und (4) die Aktivbuerger. Peter Massing fuehrt aus: "Die Aktivbuerger/innen scheinen ... fuer die schulische politische Bildung ein eher utopisches Ziel zu sein" (Peter Massing, Demokratietheoretische Grundlagen der politischen Bildung im Zeichen der Globalisierung; in: Christoph Butterwegge/Gudrun Hentges (Hg.), Politische Bildung und Globalisierung, Opladen 2002, S. 36). Wichtige Veroeffentlichung im Rahmen dieser Diskussion sind: Paul Ackermann, Die Buergerrolle in der Demokratie als Bezugsrahmen fuer die politische Bildung; in: Gotthard Breit/Siegfried Schiele (Hg.), Handlungsorientierung im Politikunterricht, Schwalbach/Ts. 1998, S. 13-34. Joachim Detjen, "Der demokratiekompetente Buerger" - politikwissenschaftliche Anmerkungen zu einer normativen Leitvorstellung der politischen Bildung, Wolnzach 1999. Joachim Detjen, Buergerleitbilder in der politischen Bildung; in: Gotthard Breit/Peter Massing (Hg.), Buergergesellschaft, Zivilgesellschaft, Dritter Sektor, Schwalbach/Ts. 2000, S. 19-38. [9] Joachim Detjen, Die Demokratiekompetenz der Buerger. Herausforderung fuer die politische Bildung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 25/2000, S. 12-13. Peter Massing unterscheidet dagegen (1) Sachkompetenz, (2) Methodenkompetenz sowie (3) Sozial- und Selbstkompetenz (Peter Massing, Demokratietheoretische Grundlagen der politischen Bildung im Zeichen der Globalisierung; in: Christoph Butterwegge/Gudrun Hentges (Hg.), Politische Bildung und Globalisierung, Opladen 2002, S. 37-39). [10] Wolfgang Sander, Politik in der Schule. Kleine Geschichte der politischen Bildung, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 429, Bonn 2003, S. 147. [11] Der Beutelsbacher Konsens wurde in vier Sprachen uebersetzt, worauf der Direktor der Landeszentrale fuer politische Bildung Baden-Wuerttemberg, die sich "fast als Gralshueter dieses Konsenses" fuehlt (Siegfried Schiele, Ein halbes Jahrhundert staatliche politische Bildung in Deutschland; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 7-8/2004, S. 6), hingewiesen hat (Siegfried Schiele, Moeglichkeiten der politischen Bildung im 21. Jahrhundert; in: Christoph Butterwegge/Gudrun Hentges (Hg.), Politische Bildung und Globalisierung, Opladen 2002, S. 309). Was er nicht wissen konnte, ist, dass der Beutelsbacher Konsens auch im Rahmen des internationalen politischen Bildungsprogramms D@dalos, das u.a. vom Autor geleitet wird, in Suedosteuropa große Verbreitung findet, beispielsweise im Rahmen des sechsmonatigen Fortbildungskurses "Politik unterrichten in Suedosteuropa". [12] Hans-Georg Wehling, Konsens à la Beutelsbach?; in: Siegfried Schiele/Herbert Schneider (Hg.), Das Konsensproblem in der politischen Bildung, Stuttgart 1977, S. 179-180. [13] Beispielsweise im Sinne einer Ergaenzung um einen Verweis auf das Gemeinwohl. So weist etwa Siegfried Schiele darauf hin, "dass immer wieder geprueft werden soll, ob die eigene Interessenlage auch mit dem Wohl aller vereinbar sein kann" (Moeglichkeiten der politischen Bildung im 21. Jahrhundert; in: Christoph Butterwegge/Gudrun Hentges (Hg.), Politische Bildung und Globalisierung, Opladen 2002, S. 309). Die Diskussion in der Folge des Beutelsbacher Konsenses wird in den "Konsensbaenden" dokumentiert: Siegfried Schiele/Herbert Schneider (Hg.), Konsens und Dissens in der politischen Bildung, Stuttgart 1987. Siegfried Schiele/Herbert Schneider (Hg.), Reicht der Beutelsbacher Konsens?, Schwalbach/Ts., 1996. [14] Beide Zitate aus: Klaus-Peter Hufer, Schueler-/Teilnehmerorientierung; in: Wolfgang W. Mickel (Hg.), Handbuch zur politischen Bildung, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 358, Bonn 1999, S. 223 und 226. [15] Edgar Weick, Exemplarisches Lernen; in: Wolfgang W. Mickel (Hg.), Handbuch zur politischen Bildung, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 358, Bonn 1999, S. 270. [16] Paul Ackermann u.a., Politikdidaktik kurzgefasst. Planungsfragen fuer den Politikunterricht, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 326, Bonn 1994, S. 148. [17] Heinz Klippert, Handlungsorientierter Politikunterricht; in: Methoden der politischen Bildung - Handlungsorientierung, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 304, Bonn 1991, S. 10. [18] Leicht veraendert nach: Heinz Klippert, Handlungsorientierter Politikunterricht; in: Methoden der politischen Bildung - Handlungsorientierung, Bundeszentrale fuer politische Bildung Schriftenreihe Band 304, Bonn 1991, S. 13. _________________________________________________
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