|
|
|
|
Frauen in Schwarz In Kriegen, Bürgerkriegen und Diktaturen sind Frauen die besonders Leidtragenden. Seit dem 20. Jahrhundert fordern Kriege mehr und mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung, unter Frauen und Kindern. Frauen sind für die Versorgung und den Familienzusammenhalt unter Kriegsbedingungen verantwortlich, als Schwestern, Töchter, Ehefrauen und vor allem als Mütter müssen sie den Verlust von in den Krieg gezogenen Angehörigen verkraften. Durch diese besondere Situation sind Frauengruppen und -organisationen, die während bewaffneter Auseinandersetzungen für Frieden eintreten, von besonderer Bedeutung. Sie scheuen auch schwerste Bedingungen nicht, um ihren Ruf nach Frieden und Verständigung laut werden zu lassen. Dadurch besitzen sie Signalwirkung für andere Frauen, sich aktiv einzusetzen, und sind meist das Rückgrat der Friedensbewegung in konfliktreichen Regionen. Die "Frauen in Schwarz" sind eine solche Frauenorganisation. Das Jahr 1991 markiert mit den Unabhängigkeitserklärungen von Slowenien und Kroatien den Beginn der Spaltung Jugoslawiens und der darauffolgenden blutigen Kriege. Im Juni 1991 intervenierte die Bundesarmee in Slowenien. Im Juli begann der Krieg zwischen Kroaten und Serben in Kroatien.
Seit 1998 reisen die "Frauen in Schwarz" mit einer Friedensschule durch viele Städte der Region. Sie veranstalten Workshops zu den Themen Gewaltfreiheit, Frauen- und Menschenrechte, Frauen und Politik, Interkulturelle Solidarität und anderes mehr. Jährlich wird ein internationales Sommercamp des Frauensolidaritätsnetzwerks gegen den Krieg organisiert. Darüber hinaus veröffentlichen "Frauen in Schwarz" zahlreiche Schriften, wie z.B. ein vierteljährlich erscheinender Bulletin zum Thema Frauen und Pazifismus mit einer Auflage von 7000 Exemplaren. Sie halten engen Kontakt zu anderen "Frauen in Schwarz"-Gruppen wie auch zu pazifistischen und Frauenorganisationen im In- und Ausland. Damit ist die Initiative "Frauen in Schwarz" nicht nur ein wichtiger Teil der Friedensbewegung auf dem Balkan, sondern auch des Frauen-Friedensnetzwerkes in der ganzen Welt.
[Autorin: Dorette Wesemann, Redaktion: Ragnar Müller]
Aufruf der "Frauen in Schwarz gegen Krieg" an die Regierungen der NATO-Mitgliedstaaten Die Werte, die wir unterstützen, heißen Leben, Solidarität, Respektierung
von Unterschieden. Schon seit acht Jahren entwickeln wir ein Netzwerk des
Austausches und der Solidarität gegen Krieg, an dem Frauen von allen
Kontinenten beteiligt sind, darunter natürlich auch Frauen aus NATO-Ländern.
Als Frauenorganisation, die sich immer gegen Militarismus gewandt hat - das
heißt, gegen alle Formen militärischer Intervention -, wenden wir uns jetzt
gegen die militärische Intervention der NATO gegen die Bundesrepublik
Jugoslawien. Bis heute hatten wir immer Unterstützung und Solidarität von
Frauen- und Friedensbewegungen aus Europa und den USA. Unglücklicherweise haben
die Regierungen dieser Länder die Arbeit der Friedensbewegung in ihren Ländern
nicht beachtet, gar nicht zu reden von der Aktivität der Friedensbewegung in
der Bundesrepublik Jugoslawien. Wir, die Frauen in Schwarz gegen Krieg aus
Belgrad, fordern von den Regierungen der NATO-Mitglieder:
|
|
News
II Produkte
II Unterrichtsmaterial
|